395834 Wind River

Bisher breitete sich das Feuer laut der Feuerschutzbehörde Calfire auf 607 Quadratkilometern Fläche aus. Das entspricht rund zwei Dritteln der Fläche Berlins. Mehr als 10.000 Häuser wurden laut Medienberichten zerstört - und das in kurzer Zeit.

Das Feuer bewegte sich in 90 Minuten 10 Kilometer weiter nach Paradise

Rückblick:

8. November gegen 6.30 Uhr:  Das Feuer brach in einer abgelegenen Gegend in der Nähe des Feather River aus. Gut zwanzig Minuten später haben die Flammen bereits rund 10 Hektar verschlungen.

7.30 Uhr: Die erste Evakuierung wird knapp eine Stunde später ausgerufen.

8.00 Uhr: Laut der "New York Times", die die rasante Verbreitung des Feuers grafisch auf einer Karte darstellt, haben die Flammen bereits nach neunzig Minuten die zehn Kilometer entfernte Stadt Paradise erreicht und nur noch Ruinen hinterlassen. Die Feuerwehr schätze, dass das Feuer zu diesem Zeitpunkt pro Sekunde eine Fläche so groß wie ein Football-Feld zerstörte.

Die Stadt Paradise ist mit 26.000 Einwohnern sehr beliebt bei Rentnern, Senioren aber auch Familien mit Kindern, da hier die Mieten günstiger sind als in vielen anderen kalifornischen Städten.

10.45 Uhr: Satellitenaufnahmen zeigen, dass das Feuer bereits etwa 20.000 Hektar umfasst.

Gegen abends: Nach weniger als zwölf Stunden haben die Flammen ungefähr 17 Meilen zurückgelegt und fast 55.000 Hektar zerstört, wie die "New York Times" berichtet.

Laut Trump ist das Forstmanagement schuld am Brand

Für US-Präsident Donald Trump sind die Schuldigen dieses verheerenden Brandes schnell gefunden: "Es gibt keinen Grund für diese massiven, tödlichen und teuren Feuer in Kalifornien außer dem schlechten Forstmanagement". Der Aufschrei war groß: Feuerwehrleute, Katastrophenschützer und Politiker in Kalifornien reagierten empört. Sie warfen Trump vor, seine Aussage sei falsch und komme noch dazu zur Unzeit.

Kaliforniens Feuerwehrverband hält dagegen, die Brände entstünden und verbreiteten sich nicht nur in Forstgebieten. Zudem seien fast 60 Prozent der kalifornischen Wälder unter Bundeskontrolle und rund ein Drittel in privater Hand. Nicht Kalifornien, sondern die Bundesregierung selbst habe entschieden, der Forstverwaltung die Ressourcen so aus der Hand zu nehmen.

Klimawandel und abgestorbene Bäume als Gründe für das Feuer

Fachleute sprechen von verschiedenen Faktoren. Über allem steht ihrer Auffassung nach der menschengemachte Klimawandel. Die Waldbrand-Expertin Kirsten Thonicke vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung nennt eine Liste von Punkten, darunter die langjährige Dürre, verdorrte Vegetation und extreme Winde, die die Feuer in Kalifornien zusätzlich anfachen. "Natürliche Faktoren und vom Menschen verursachte globale Erwärmungseffekte spielen hier verheerend zusammen", sagt sie.

Der kalifornische Feuerexperte Kurt Henke, langjähriger Feuerwehrchef im Bezirk Sacramento, verweist auf die 129 Millionen abgestorbenen Bäume in kalifornischen Wäldern als Folge von extremer Trockenheit und Borkenkäferbefall. "Sie wirken wie Streichhölzer", sagt Henke. "Früher gab es alle sechs bis acht Jahre ein verheerendes Feuer, jetzt haben wir zwei bis vier Megabrände pro Jahr."

Source : https://www.focus.de/panorama/welt/braende-in-kalifornien-pro-sekunde-verbrannte-eine-flaeche-so-gross-wie-ein-football-feld_id_9937025.html

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