201 Star Trek Nemesis

Die Picard-Serie von Patrick Stewart wird kein zweites Star Trek Discovery. Ein The Next Generation 2.0 soll die Show aber auch nicht werden. Auf der New York Comic-Con haben Executive Producer Heather Kadin und Discovery-Showrunner Alex Kurtzman darüber gesprochen, wie sich neue Star Trek-Shows von Discovery unterscheiden werden.

Das Duo wollte nicht zu sehr ins Detail gehen, Kadin hat im Interview mit Trekmovie aber verraten, dass jede Serie eine eigene Identität und einen Platz im Universum erhalten soll.

Die Produzenten wollen eine Verwechslungsgefahr vermeiden. Kadin zufolge sollen sich die Fans nicht fragen müssen, ob sie gerade Discovery oder die Picard-Serie anschauen.

"Damit meine ich nicht den Platz im Kanon, sondern eine eigene Tonalität.

Jede Show soll sich anders anfühlen und eigene Botschaften von anderen Personen vermitteln. "

 
Die erste Staffel von Discovery ist düsterer als vorherige Shows und thematisiert den Krieg zwischen den Klingonen und der Sternenflotte.

Genug Pausen: CBS will Disney Star Wars-Problem vermeiden

Alex Kurtzman entwickelt im Auftrag von US-Sender CBS mehrere >Star Trek-Projekte neben Discovery, darunter die Picard-Show, eine animierte Serie und noch unangekündigte Projekte. CBS will aber nicht alle davon auf einmal oder in zu geringem Abstand veröffentlichen.

Das Studio will dasselbe Problem vermeiden, mit dem sich Disney bei Solo: A Star Wars Story konfrontiert sah. Der Anthology-Film um Han Solo floppte an den Kinokassen. Viele machten das zu geringe Zeitfenster zwischen Episode 8: Die letzten Jedi und der Star Wars-Story dafür verantwortlich.

 
Disney-CEO Bob Iger gab zu, dass mit Solo ein bisschen zu viel Star Wars in zu kurzer Zeit veröffentlicht wurde.

Anfang der 2000er stürzte Star Trek ab

Trekkies kennen das Star Wars-Problem nur zu gut vom eigenen Franchise: Ende der 1990er Jahre machten sich Ermüdungserscheinungen breit. Seit 1987 lief ununterbrochen Star Trek im Fernsehen. Die Serien überschnitten sich zeitweise in ihrer Ausstrahlung, was wiederum zur Übersättigung der Fans führte.

So liefen beispielsweise The Next Generation und Deep Space Nine zwei Jahre parallel zueinander. DS9 und Star Trek: Voyager mussten sogar fünf Jahre lang koexistieren. Zum Start der Prequel-Serie Enterprise waren die Fans dermaßen ausgelaugt, dass die Show mit Scott Bakula als Captain Archer in der ersten Staffel fast zwei Drittel des Publikums verlor und die Quoten auch in den folgenden Staffeln immer weiter gesunken sind – trotz qualitativ steigender Episoden.

Die Show startete damals nur wenige Monate nach dem Ende von Voyager und viele Fans hatten das Gefühl, dass sich die Geschichten einzelner Episoden wiederholten.

Enterprise wurde nach der 4. Staffel abgesetzt. Das Finale der Show bereuen die Produzenten bis heute.

Von den Ermüdungserscheinungen blieb auch der 10. Star Trek-Film nicht verschont: Nemesis floppte 2002 an den Kinokassen. Trekkies brauchten eine Pause. Dass Paramount den Film damals zwischen Harry Potter und die Kammer des Schreckens und Der Herr der Ringe: Die Zwei Türme veröffentlichte, erschwerte die Kino-Performance zusätzlich. Damals war selbst Patrick Stewart der Ansicht, dass das Franchise seinen Zenit überschritten hat:

"[…] Als wir 2002 den letzten Film [Nemesis] gedreht haben, hatte ich gedacht, dass Star Trek

seinen Zenit erreicht hat."

Nicht zu viel Star Trek auf einmal: Den Fans gefällt das

Im Star Trek-Reddit kommt die Ankündigung von Kadin und Kurtzman gut an. User 007meow beispielsweise begrüßt das Vorhaben der Produzenten, auf Pausen zwischen neuen Veröffentlichungen zu setzen. Er ist auch der Ansicht, dass im Franchise genug Platz ist, um düstere, unterhaltsame und dramatische Shows anzubieten.

Redditor puppet_up ist der Überzeugung, dass

kürzere Staffeln mit weniger Füllepisoden ebenfalls dazu beitragen, Ermüdungserscheinungen entgegenzuwirken:

"

Ich liebe TNG und Voyager, aber dort gab es so viele unwichtige Folgen, die absolut keine Konsequenzen hatten. Eine Folge später wurde der berüchtigte Reset-Knopf gedrückt und niemand hat je wieder über das Geschehene gesprochen. […]

Discovery profitiert davon, dass es nur 15 Episoden hat und so eine durchgehende Story erzählen kann, anstelle sie über 24 oder 25 Folgen zu strecken. Deshalb gab es in den vorherigen Serien so viele Füllepisoden."

 
Nicht alle der 178 TNG- und der 176 Voyager-Folgen muss man gesehen haben.

Nicht alle Trekkies sind sich aber sicher, ob mehrere Shows – die alle eine andere Tonalität anstreben – der richtige Weg sind. Adroable_Octopus stellt zur Diskussion:

Das Problem von Star Trek war einfach die schiere Anzahl an Episoden, mit denen in den 1990ern das Fernsehen gleichzeitig geflutet wurde.

"Ich bin nicht überzeugt davon, dass das unbedingt der richtige Weg ist, denn ich glaube nicht, dass [Tonalität]je ein Problem war.

Das Fernsehen wurde damals mit Star Trek-Shows überflutet, wenn eine einzige Serie auch gereicht hätte."

Wie seht ihr das? Begrüßt ihr die Entscheidung, mehrere Shows mit verschiedenen Schwerpunkten zu produzieren oder denkt ihr, dass in einer Serie Platz für unterschiedliche Töne ist?

Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Source : https://de.ign.com/star-trek/131418/feature/star-trek-fans-sind-begeistert-so-will-cbs-das-star-wars-pro

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