13448 Angels Demons

(Dynamit, RH 377, 2018)


Voivod - The Wake

Century Media/Sony (56:02)Klappern gehört zum Handwerk, und manchmal muss man ja auch einfach mal einen raushauen, aber ich meine die folgende Aussage genauso ernst wie die letztmonatige, dass „Rainier Fog“ die vielleicht beste Alice-In-Chains-Platte ever darstellt: „The Wake“ ist VOIVODs stärkster Release seit „The Outer Limits“, also seit ziemlich genau 25 Jahren - herzlichen Glückwunsch nach Kanada!Herzlichen Glückwunsch aber auch an uns, denn dass Away, Snake & Co. nach dem Tod von Piggy tatsächlich noch mal so locker aufspielen, quasi von allen Fesseln befreit, grenzt an ein Wunder, wer das durchaus starke „Comeback“ von 2013, „Target Earth“, als auch kommenden Status quo abgehakt hat, muss umdenken, schließlich hätte „The Wake“ tatsächlich direkt nach eben „The Outer Limits“ erscheinen können, es besitzt in den „ruhigeren“, offeneren Parts eine formidable „Angel Rat“-Rockigkeit, sogar beim Opener ´Obsolete Beings´, wartet andererseits aber mit so vielen progressiven, extrem durchdachten Spielereien auf, dass man sich stellenweise in E-Musik-Dimensionen wähnt, und das liegt sicherlich nicht nur am formidablen Streichquartett, das seinen Haupteinsatz am Ende des knapp 13-minütigen Rauswerfers ´Sonic Mycelium´ hat, einem Prachtwerk, das man unter der Hand auch gerne als ´Jack Luminous 2´ bezeichnen darf. Das Krasse dabei: VOIVOD geben sich bei aller Vertracktheit so eingängig wie vielleicht noch nie (´The End Of Dormancy´, ´Spherical Perspective´, ´Event Horizon´), wofür die einmal mehr verbesserten Vocals sorgen, aber auch Gitarrist Chewy, der - mittlerweile seit einer Dekade Teil des Band-Kosmos - das Erbe Piggys mit Bedacht aufnimmt und es zu einem eigenen Signature-Sound entwickelt hat, den man nicht (mehr) kopieren kann. Begriffe wie „Prog“, „Thrash“ und „Punk“ führen bei VOIVOD endgültig ins Leere: „The Wake“ steht als „Red“ der zehner Jahre höchstens in der Tradition einer Band wie King Crimson und damit letzten Endes auch in der Metalszene komplett für sich. Vielleicht ist das sogar ein Stück weit prätentiös, ich finde es in seiner Unaufgeregtheit allerdings vor allem sympathisch. Leaders - not followers.

Source : https://www.rockhard.de/galerie/boehse-onkelz-gelsenkirchen-2018_432234.html

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